Sommer 2021: Klares Nächtigungsplus gegenüber dem Vorjahr

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Übernachtungen im Oktober wieder unter dem Vorkrisenniveau.

Wien (OTS) – Von Mai bis Oktober verzeichnete der österreichische Tourismus ein deutliches Plus bei Übernachtungen gegenüber dem Pandemiejahr 2020 (+22 Prozent), jedoch noch einen beträchtlichen Rückgang gegenüber dem Rekordsommer 2019 (–17 Prozent). Nach einer sehr hohen Auslastung in den Monaten August und September kam es laut Prognose der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) im Oktober zu einem Rückgang der Nächtigungen (–14 Prozent) im Vergleich zu 2019. Der derzeit starke Anstieg von neuen COVID-19-Infektionen in Österreich, aber auch in weiten Teilen Europas stellt, ein deutliches Abwärtsrisiko für die kommenden Monate und damit den Beginn der Wintersaison dar. Im November und der Adventzeit ist die Hotellerie jedoch traditionell nur unterdurchschnittlich ausgelastet, die Hauptsaison im Wintertourismus startet mit Weihnachten. Sollten Ende Dezember zusätzliche und umfassende Einschränkungen notwendig sein bzw. Reisewarnungen vorliegen, so würde dies beträchtliche Einbußen für den österreichischen Tourismus implizieren.

Die Ausgaben mittels Zahlungskarten von inländischen Gästen in Österreich gingen im Oktober geringfügig zurück, blieben aber weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (September: +61 Prozent; Oktober: +42 Prozent). Der Anstieg in Kalenderwoche 43 ist primär den Herbstferien geschuldet, die heuer im Gegensatz zum Jahr 2019 bundesweit stattfanden.

Die Zahlungskartenumsätze ausländischer Gäste lagen im Oktober im Gegensatz zum August und September wieder unter dem Vorkrisenniveau (–9 Prozent). Dies steht in engem Zusammenhang mit dem Termin der Herbstferien in den für den österreichischen Tourismus wichtigen deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg (ebenso in Belgien) – diese fielen 2019 in den Oktober und sind dieses Jahr im November.

Berücksichtigt man die COVID-19-bedingten Verschiebungen von baren zu unbaren Zahlungsmitteln erlauben die Zahlungskartenumsätze eine zeitnahe Abschätzung der Nächtigungsentwicklung im heimischen Tourismus. Die bis zur Kalenderwoche 43 vorliegenden Umsätze werden verwendet, um die Anzahl der Nächtigungen im Oktober und damit für die Sommersaison 2021 zu schätzen.

Trotz des Anstiegs der Neuinfektionen in den letzten Wochen, hat sich der Trend eines Zuwachses von Übernachtungen inländischer Gäste auch im Oktober fortgesetzt, unterstützt von den im Vergleich zum Jahr 2019 heuer bundesweiten Herbstferien. Die OeNB erwartet einen Anstieg von 6 Prozent. Die in den Monaten August und September beobachtete überraschend starke Buchungslage ausländischer Gäste setzte sich im Oktober hingegen nicht fort. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Terminisierung der Herbstferien in Bayern und Baden-Württemberg (und auch in Belgien). Die OeNB erwartet einen Rückgang der Übernachtungen ausländischer Gäste um 24 Prozent. Im Vorkrisenvergleich ergibt sich somit im Oktober insgesamt ein Rückgang der Übernachtungen von 14 Prozent. Dafür mitverantwortlich ist auch die in der Nebensaison größere Bedeutung des Städtetourismus, der nach wie vor stärker unter den Folgen der Pandemie zu leiden hat.

Mit der Oktoberprognose ist auch ein Blick auf die gesamte Sommersaison (Mai bis Oktober) möglich. Während der Beginn der Sommersaison noch von deutlichen Einbrüchen vor allem bei ausländischen Gästen gekennzeichnet war, verbesserte sich die Situation über den Sommer zunehmend. Bereits im Juli übertrafen die Übernachtungen inländischer Gäste die Werte vom Jahr 2019 und lagen auf einem vergleichbaren Niveau wie 2020. Die Rückgänge von Buchungen ausländischer Gäste reduzierten sich schrittweise und im August und September lagen die Buchungen nur knapp unter dem Rekordjahr 2019. Nachdem auch im Sommer 2021 Fernreisen nur eingeschränkt möglich waren, entschieden sich vor allem viele Gäste aus Deutschland für einen Urlaub in Österreich. Die Zuwächse von Gästen aus Deutschland kompensierten die nach wie vor bestehenden Verluste gegenüber den Überseeregionen.

Textquelle: Österreichische Nationalbank, APA OTS

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