Zeitplan der Gaswirtschaft für Energiewende steht

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(c) FGW, APA OTS

Bis 2040 müssen Österreichs Gasversorger die klimaneutrale Energieversorgung mit Wasserstoff und anderen Grünen Gasen sicherstellen. Die Gaswirtschaft legt einen kundenfreundlichen Transformationspfad vor. Unternehmen setzen erste Schritte.

Die Energiewende mit Grünem Gas hat in Österreich begonnen.
„Unser Zeitplan für die Umstellung der Gasinfrastruktur von fossilem auf Grünes Gas ist fix“, sagt DI Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW) und Generaldirektor Stellvertreter der Wiener Stadtwerke. „Wir haben einen klaren, kundenfreundlichen Plan. Und wir schaffen das unter den richtigen Rahmenbedingungen“, führt Weinelt aus.

Damit die Energiewende hin zu nachhaltigem Grünen Gasen technisch reibungslos gelingt, hat die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) rund zwei Dutzend Studien in Auftrag gegeben und ist strategische Forschungs-Partnerschaften mit deutschen Gasverbänden wie dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) eingegangen. Die vorliegenden Ergebnisse belegen, dass Grünes Gas eine wichtige Säule im bestehenden wie auch künftigen Energiemix ist.
In den bisherigen Studien geht es um wichtige Grundlagen für die Umstellung, wie etwa das Brennverhalten der neuen Gase, die Werkstoffverträglichkeit der Bestandsnetze gegenüber Wasserstoff oder auch neuer Möglichkeiten zur Erzeugung Grüner Gase. Weiters wurde die Energiedichte gemessen oder untersucht, wie Wasserstoff abgerechnet werden wird. „Am Ende werden die Kunden nichts merken, wenn sie mit mehr Wasserstoff ihre Gasheizung betreiben oder Warmwasser aufbereiten“, sagt DI Michael Haselauer, Präsident der ÖVGW.

Energiewende mit Gas

Die Energiewende mit Gas kommt schrittweise. Laufend sollen die eingespeisten Mengen an Erneuerbaren Gasen und Wasserstoff angehoben werden. Aktuell können bis zu zehn Prozent Wasserstoff im Gasnetz ohne technische Probleme beigemischt werden. Bestehende Gasendgeräte verarbeiten das Gasgemisch einwandfrei. Gleiches gilt natürlich auch für Anwendungen in der Industrie oder bei der Stromerzeugung.

Grüner Wasserstoff für Europa

Österreichs Potential an Biomethan und Wasserstoff wird für den 100prozentigen Ersatz von fossilem Gas nicht ausreichen. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur, insbesondere der Gasdrehscheibe Baumgarten, sowie der geographischen und geopolitischen Lage hat Österreich beste Voraussetzungen, um Grüne Gase zu importieren.
Aktuell treibt die RAG Austria AG ein konkretes Wasserstoff-Projekt gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern voran: Wasserstoff aus Sonne und Wind soll künftig in der Ukraine hergestellt und für den saisonalen Bedarf in Österreich und Bayern gespeichert werden. „Dieses Infrastrukturprojekt ist unabdingbar für die zukünftige Sicherung der Energieversorgung in Europa“, sagt DI Markus Mitteregger, CEO der RAG Austria AG. Nur so werde das ganze Jahr über ausreichend grüne Energie für Strom, Wärme, die Industrie und Mobilität zur Verfügung stehen.
Wasserstoff aus der Ukraine und anderen Ländern wird nicht auf der Straße befördert, sondern gelangt in den bestehenden Gaspipelines nach Mitteleuropa. In Österreich wird die Gas Connect Austria Wasserstoff über die West-Austria oder die Penta-West Gasleitung transportieren. Geschäftsführer Dr. Harald Stindl: „Wenn wir die Energieversorgung in Europa erneuerbar machen wollen, braucht es konkrete Maßnahmen. Wir gehen hier erste wichtige Schritte, damit Österreich an dieser Entwicklung teilnehmen kann.“

Gaswirtschaft fordert Anreize statt Verboten

Fachverbandsobmann Peter Weinelt greift die im Regierungsprogramm der Bundesregierung formulierten Ausbauziele zu Grünem Gas und die dringend notwendige Verknüpfung von Strom- und Gasinfrastruktur auf: „Damit wir Klimaneutralität in Österreich bis 2040 erreichen, brauchen wir nicht nur eine Strom-, sondern auch eine Gaswende.“ Die heimische Gaswirtschaft sei bereit, sofort mit der Umstellung der Gasversorgung zu beginnen. „Was wir jetzt brauchen, sind Anreize zur Förderung von Grünem Gas, also Biomethan und Wasserstoff. Hingegen bremsen Technologieverbote die Weiterentwicklung von Grünem Gas und Innovationen“, so der Obmann weiter.

Gasinfrastruktur auf Grünes Gas umstellen

Ein wichtiger Faktor beim schrittweisen Ausstieg aus fossilem Gas und gleichzeitigem Umstieg auf Grünes Gas: die klimaneutrale Gasinfrastruktur mit mehr als 45.000 Kilometer Gasleitungen auf dem gesamten Bundesgebiet. „Gerade für den Anlauf des Wasserstoffmarkts braucht Österreich die flexible Beimengung von Wasserstoff im Gasnetz“, sagt Weinelt abschließend.

Zeitplan für die Umstellung des Gasnetzes auf eine klimaneutrale Gasversorgung
Ab 2021

• Einsatz von für Wasserstoff geeigneten Komponenten bei Routine-Tausch
• Anpassung des Netzes an künftigen Wasserstoff-Transport
• Sukzessiver Ersatz von Erdgas durch Grünes Gas


2021/2022

• Evaluierung der Wasserstoffverträglichkeit des bestehenden Gasnetzes
• Ermittlung von optimalen Einspeisepunkten ins Gasnetz für Biomethan und Wasserstoff


Bis 2040

• Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur und Anschluss an das europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz (H2-Backbone)

2040

• Gasinfrastruktur garantiert eine hundertprozentige klimaneutrale Energieversorgung mit Wasserstoff und anderen Grünen Gasen

Über Gas

Gas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas verbrennt ohne Feinstaub und Partikel und ist damit der emissionsärmste fossile Energieträger. Mit Biomethan aus biogenen Reststoffen, synthetischem Methan (SNG) aus erneuerbaren Stromquellen und Wasserstoff bietet Gas auch grüne Alternativen.

Textquelle:
ÖVGW Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach, APA OTS

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